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Technische Hinweise A-100 |
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Das Prinzip der Spannungssteuerung
Kennzeichnend für analoge
Synthesizer und insbesondere für Modulsysteme ist die Tatsache,
daß wesentliche Parameter klangerzeugender Baugruppen (z.B. VCO,
NOISE) und klangformender Baugruppen (z.B. VCF, VCA) nicht nur
manuell per Regler sondern zusätzlich auch mit Hilfe von Steuerspannungen
(engl. control voltage) eingestellt werden können.
Dieses Prinzip wurde von Robert Moog Mitte der Sechziger Jahre
erstmalig in einem käuflichen Synthesizer realisiert und birgt
eine große Flexibilität in sich und ermöglicht oftmals erst
die Realisierung bestimmter Klänge.
Die untenstehende Abbildung zeigt das Prinzip der
Spannungssteuerung am Beispiel eines spannungsgesteuerten Filters
(VCF) und eines spannungsgesteuerten Oszillators (VCO).
Beim VCF ist der spannungssteuerbare Parameter die Cut-Off-Frequenz
fc. Je nach Höhe der Steuerspannung am
CV-Eingang des Filters ändert sich dessen Cut-Off-Frequenz und
somit sein Durchlaßbereich (s. graue Fläche).

Abb.: zum Prinzip der Spannungssteuerung
Beim VCO wird die Tonhöhe
(engl. pitch) des Oszillators per Steuerspannung
eingestellt. Dabei entspricht ein Spannungshub von ±1 V
einer Tonhöhenänderung von ±1 Oktave. Bei einer sprunghaften Änderung
der Steuerspannung springt auch die Tonhöhe, während bei einer
kontinuierlichen Änderung ein Portamento-Effekt erzielt wird.
Außer den Modulen, die per Steuerspannungen kontrolliert werden
können, gibt es auch Module, die selbst Steuerspannungen bzw.
zeitliche Verläufe von Steuerspannungen erzeugen (z.B. ADSR,
LFO).
Teilweise benötigen derartige Module Trigger-Signale, die
die jeweilige Funktion des Moduls auslösen. Hierzu gehört
beispielsweise das GATE-Signal, das dem Drücken einer
Taste auf der Tastatur entspricht und z.B. den ADSR
"anstößt", der daraufhin einen zeitlichen
Spannungsverlauf ("Hüllkurve") generiert (siehe
untenstehende Abbildung).

Abb.: vom ADSR generierte Hüllkurve
Signale im A-100
Im System A-100 lassen sich drei Arten von Signalen, d.h. Spannungen und deren zeitliche Verläufe unterscheiden:
Audio-Signale werden von den klangerzeugenden Modulen (z.B. VCO, NOISE) erzeugt und liegen im Bereich von -5 V bis +5 V (10 VSS). Das System A-100 bietet auch die Möglichkeit externe Audio-Signale (z.B. Mikrophon, E-Gitarre, Keyboard) einzubinden.
Bei der Einbindung von externen
Audio-Signalen muß deren Pegel auf den des A-100 angehoben
bzw. abgesenkt werden. Dazu verwenden Sie das Modul A-119
(External Input), das u.a. über einen regelbaren
Vorverstärker mit zwei Eingängen unterschiedlicher
Empfindlichkeit verfügt.
Steuerspannungen, wie sie z.B. von den
Modulations-Modulen LFO und ADSR erzeugt werden, liegen
typischerweise im Bereich von -2.5 V bis +2.5 V (5 VSS) bzw.
zwischen 0 V und +8 V beim ADSR. Da in der Regel an jedem
Steuereingang ein Abschwächer zur Verfügung steht, ist der
exakte Spannungsbereich von untergeordneter Bedeutung. Man wird
in der Regel den gewünschten Effekt akustisch am
Eingangsabschwächer einstellen, ohne auf den rechnerisch exakten
Wert der Eingangsspannung und des eingestellten
Abschwächungsfaktors zu achten.
Trigger- oder Gate-Signale, die eine bestimmte Funktion
auslösen, liegen typischerweise im Bereich von 0 V bis +5 V,
wobei die Triggerung durch den Übergang von 0 V auf +5 V (positive
Flanke) geschieht.
Die bisher gemachten
Unterscheidungen und Definitionen der Signale sind zwar im Prinzip richtig,
jedoch führt ein Modulsystem wie das System A-100 diese
letztlich ad absurdum. Da bei einem solchen System fast alle
Module Spannungen produzieren, die wiederum als Steuerspannungen
oder Trigger-Signale verwendet werden können, werden die Grenzen
zur Definition der Signalart aufgehoben. So kann z.B. das
Ausgangssignal eines LFO's als Audio-Signal dienen, als
Steuerspannung für VCF oder VCA verwendet oder als
Trigger-Signal für einen Sequenzer eingesetzt werden.
Praktisch kann man sagen, daß "alles mit allem moduliert
werden kann", worin sich die größtmögliche Flexibilität
und Individalität eines Modulsystems widerspiegeln.
Der System-Bus des A-100
Der System-Bus des A-100
dient zur Spannungsversorgung der Module. An ihm liegen die
Spannungen Masse (Gnd), +12V, -12V und - sofern benötigt - +5V
an. Die Versorgungsspannungen werden vom A-100-Standard-Netzteil
geliefert (siehe A-100-Zubehör), das bei den von
uns gelieferten Rahmen bereits eingebaut ist. Dieses Netzteil liefert die
benötigten +12V und -12V-Spannungen mit je max. 1200mA (ältere System und
Rahmen aus der Produktion vor 2006 können auch noch das alte Netzteil
enthalten, das nur 650mA liefern konnte). Werden zusätzlich +5V
benötigt (z.B. für A-113, A-190, A-191), so kann ein zusätzliches
5V-Netzteil eingebaut werden (siehe A-100-Zubehör).
Werden auf der +5V-Versorgung nicht mehr als 100mA benötigt, so kommt auch der
preiswerte 5V-Adapter in Frage (siehe A-100-Zubehör).
In diesem Fall wird der für +5V benötigte Strom aus der +12V-Leitung
entnommen, wenn hier genügend Stromreserve zur Verfügung steht.
Sollen nur einige wenige Module betrieben werden, so kommt eventuell auch das A-100-Mini-Netzteil
für die Stromversorgung in Frage (siehe A-100-Zubehör).
Dieses liefert max. 100mA bei +12V/-12V und verfügt zusätzlich über eine
+5V-Spannung mit max. 50mA. Für den Einbau der mit dem Mini-Netzteil
betriebenen Module muss der Kunde jedoch selbst ein geeignetes Gehäuse zur
Verfügung stellen. Wir bieten neben den Grundrahmen 6HE und 3HE keine kleineren
Gehäuse an.
Weiterhin enthält der Bus die zwei Signalleitungen INT.GATE
und INT.CV, auf die einige Module zugreifen können (siehe
untenstehende Abbildung). Durch Stecken eines Jumpers auf diesen
Modulen (z.B. VCO A-110 oder ADSR
A-140) bestimmen Sie, ob das
Modul auf die Signalleitungen zugreift oder nicht. Für den Bus
werden 16-polige 2-reihige Stiftleisten verwendet (Raster 2.54
mm). Die Module werden über 16-polige Flachbandkabel mit
aufgepressten 16-poligen Buchsenleisten auf die Stiftleisten des
Busses aufgesteckt.

Abb.: System-Bus des A-100
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| Stiftleisten auf der Busplatine und den Modulen | Buchsenleisten (aufgepresst auf die Flachbandkabel zwischen Modul und Busplatine) |
| Bei den A-100-Busverbindungen verwendete Steckverbinder | |
Falls Sie einzelne Module ohne die von uns lieferbaren Rahmen, Busplatinen oder Netzteile betreiben wollen, so finden Sie in der folgenden Abbildung die Belegung der beiden bei A-100-Modulen vorkommenden Steckverbindungen :

In der 16-poligen Steckverbinder-Version sind auch die Signale +5V, (Bus-) CV und (Bus-) Gate am Stecker des Moduls verfügbar (z.B. wird CV beim Standard-VCO A-110 oder Gate beim Hüllkurven-Generator A-140 verwendet). Bei Modulen, die diese zusätzlichen Signale nicht benötigen kommt in der Regel nur ein 10-poliger Steckverbinder zum Einsatz, auf den nur die Standard-Stromversorgung ((-12V, Masse, +12V) geführt ist.
Verwenden Sie in Ihrem System das
MIDI-/CV-Interface A-190, so werden beim Drücken einer
Taste auf dem MIDI-Keyboard das vom A-190 erzeugte GATE-Signal
und die der Tonhöhe entsprechende Steuerspannung CV 1 den
internen Busleitungen INT.GATE bzw. INT.CV zugeführt.
Die Signalleitungen INT. GATE und INT. CV können Sie auf jeder
Busplatine symmetrisch auftrennen (Jumper J1 bzw. J2,
siehe Abbildung), so daß Sie pro Busplatine 2 verschiedene
CV/GATE-Subsysteme erhalten.
Falls Sie hingegen in Ihrem Sytem die Leitungen INT.CV und
INT.GATE auf beiden Busplatinen zur Verfügung haben
möchten, so müssen Sie diese Leitungen miteinander verbinden.
Hierfür verwenden Sie die als Sonderzubehör erhältlichen
CV/Gate-Kabel A-100 BC.
So gehen Sie vor:

Abb. : Herstellen gemeinsamer INT.CV- und INT.Gate-Signalleitungen auf oberem und unteren Bus
Falls Ihr System A-100 aus mehreren Rahmen besteht und Sie einen gemeinsamen Systembus (d.h. CV/Gate) für alle Rahmen herstellen möchten, so empfehlen wir den Einsatz des Bus-Access-Moduls A-185 ein. Dieses Modul ermöglicht den Zugriff auf den Systembus, wobei es sich um eine aktive Verbindung mit Aufholverstärkern handelt, um eventuelle Leitungsverluste auf den CV- und Gate-Leitungen zu kompensieren.

Abb.: Herstellen eines gemeinsamen Systembusses bei mehreren Grundrahmen
Wichtig beim Betrieb eines A-190:
Falls Sie den gemeinsamen Systembus - wie in der obenstehenden Abbildung skizziert - mit den Signalen eines MIDI-Interface A-190 ansteuern, müssen Sie die interne Verbindung des A-190 zum Systembus trennen (siehe auch Bedienungs-Anleitung zum A-190).
Verbindung von Modulen untereinander
Zur Verbindung von Modulen untereinander benötigen Sie Verbindungskabel mit Mono-Klinkensteckern (Æ 3.5 mm), auch als Patch-Cords bezeichnet. Wir bieten geeignete Kabel in verschiedenen Längen an (siehe A-100 Zubehör).
MIDI-Einbindung des A-100
Für die Einbindung des A-100 in den MIDI-Verbund stehen die externen MIDI-Interfaces MCV4, MCV24 und MSY2 zur Verfügung. In Form von Modulen stehen bisher die MIDI-Interfaces A-190, A-191 und A-192 zur Verfügung. Das MIDI-CV/SYNC-Interface A-190 liefert folgende Signale:
Dabei werden die Signale Tonhöhen-CV und GATE automatisch den internen Busleitungen INT.CV und INT.GATE zugeführt.
Das MIDI-CV-Interface-Modul A-191
enthält neben einem Shepard-Generator ebenfalls ein MIDI-CV-Interface,
das 13 CV-Ausgänge bietet, die festen MIDI-Controllern
(z.B. Volume, Velocity, Modulation, Pitch Bend, etc.) auf einem
einstellbaren MIDI-Kanal zugeordnet sind. Weiterhin beinhaltet es
einen MIDI-synchronisierbaren LFO mit 3 Wellenformen.
Für Sommer 1998 ist das 24-kanalige MIDI-CV-Interface
MCV 24 mit eigenem
19-Zoll-Gehäuse und Netzteil geplant; es wird optisch an das
Modulsystem angepasst sein (Mini-Klinken an der Frontseite). Das
MCV 24 bietet 24 Ausgänge, mit denen über MIDI alle
spannungssteuerbaren Parameter der Module (z.B. CV, Pitch,
Velocity, After-Touch, Continuous Controller, etc.) kontrolliert
werden können. Die Ausgänge können auch als Digital-Ausgänge
(Gate, Trigger) verwendet werden, um MIDI-gesteuerte Schalt- und
Trigger-Funktionen (z.B. Gate, Sync, Start, Schaltcontroller
etc.) zu realisieren.
Bei den VC-Modulen (VC = voltage controlled), wie z.B. VC-ADSR (A-141), VC-Decay (A-142), oder VC-LFO (A-147) können Sie mit Hilfe des A-191 oder MCV 24 Parameter mittels Continuous-MIDI-Controller in Echtzeit verändern (z.B. die Hüllkurvenparameter beim VC-ADSR). Da sich diese Controller in einem MIDI-Sequenzer aufzeichnen lassen, sind die VC-Module praktisch per MIDI programmierbar.
Das CV-to-MIDI Interface-Modul A-192 ermöglicht die Umwandlung von Steuerspannungen des A-100 in MIDI-Controller-Befehle (z.B. vom Theremin, Vocoder, A-119-Hüllkurve, Random, LFO usw.).
Für Analog-Sequenzen steht auch der MIDI-Analog-Sequenzer MAQ 16/3 zur Verfügung.
Weitere technische Hinweise, die hauptsächlich auf den mechanischen Aufbau des A-100 eingehen, finden Sie unter Mechanisches Konzept des A-100.